Gefälschte Rechnungen für angebliche Cloud-Dienstleistungen
In den vergangenen Tagen haben sich mehrere unserer Kunden bei uns gemeldet, nachdem sie eine Rechnung eines angeblichen Unternehmens namens „Sixt Server“ erhalten hatten.
Da wir für viele unserer Kunden Websites, Hosting-Lösungen und digitale Projekte betreuen, möchten wir auf diese aktuelle Betrugsmasche aufmerksam machen und andere Unternehmen warnen.

Worum geht es?
Die betroffenen Unternehmen erhalten per E-Mail eine professionell gestaltete Rechnung für angebliche Cloud-, Hosting- oder Serverdienstleistungen. Die Dokumente wirken auf den ersten Blick seriös und enthalten unter anderem:
- Rechnungsnummer
- Kundennummer
- Leistungszeitraum
- Zahlungsfrist
- Bankverbindung
In den uns gemeldeten Fällen wird eine angeblich DSGVO-konforme Cloud-Infrastruktur für die Website des Unternehmens verrechnet. Der geforderte Betrag liegt bei rund 2.139 Euro.
Gerade weil viele Unternehmen tatsächlich externe Dienstleister für Hosting, Domains oder Serverleistungen beauftragen, kann die Rechnung zunächst glaubwürdig erscheinen.
Warum die Rechnungen glaubwürdig wirken
Die Täter setzen gezielt auf professionelle Gestaltung:
- Vollständig ausgefüllte Rechnungen
- Seriös wirkende Kundennummern
- Plausible Leistungszeiträume
- Europäische Bankverbindungen
- Professionell gestaltete Website
Wichtig zu wissen: Eine deutsche oder österreichische IBAN ist kein Nachweis für die Seriosität eines Unternehmens. Auch Betrüger können Konten innerhalb der EU nutzen.
Nach aktuellen Erkenntnissen handelt es sich bei „Sixt Server“ um keine bekannte oder etablierte Firma aus dem Hosting- oder Cloud-Bereich. Der Name steht zudem in keinem Zusammenhang mit anderen bekannten Unternehmen ähnlichen Namens.
Auffällig ist, dass sich innerhalb kurzer Zeit mehrere Unternehmen mit nahezu identischen Rechnungen an uns gewandt haben. Dies deutet darauf hin, dass die Aussendung derzeit in größerem Umfang erfolgt.
So erkennen Sie verdächtige Rechnungen
Prüfen Sie eingehende Rechnungen besonders sorgfältig, wenn folgende Merkmale auftreten:
1. Unklare Leistungsbeschreibung
Können Sie die verrechnete Leistung keinem konkreten Auftrag oder Vertrag zuordnen, sollten Sie besonders vorsichtig sein.
2. Kein bekanntes Vertragsverhältnis
Fragen Sie intern nach, ob tatsächlich eine Geschäftsbeziehung mit dem genannten Anbieter besteht.
3. Unerwartete IT- oder Hosting-Kosten
Gerade bei Webhosting, Cloud-Diensten oder Software-Abonnements versuchen Betrüger häufig, auf die Komplexität der IT-Landschaft in Unternehmen zu setzen.
4. Druck durch kurze Zahlungsfristen
Kurze Fristen sollen oft dazu führen, dass Rechnungen ungeprüft freigegeben werden.
5. Unbekannte Anbieter
Recherchieren Sie das Unternehmen, prüfen Sie Impressum, Firmenbuch-Eintrag und vorhandene Referenzen.
Bereits bezahlt? Jetzt rasch handeln
Falls der Betrag bereits überwiesen wurde:
- Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank.
- Prüfen Sie, ob eine Rückholung der Zahlung möglich ist.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
- Dokumentieren Sie sämtliche E-Mails und Rechnungen.
Je schneller reagiert wird, desto höher sind die Chancen, den Schaden zu begrenzen.
Fazit
Die aktuellen Fake-Rechnungen von „Sixt Server“ zeigen erneut, wie professionell moderne Betrugsversuche inzwischen aufgebaut sind. Besonders Unternehmen sollten Rechnungen für Hosting-, Cloud- oder IT-Dienstleistungen sorgfältig prüfen und Zahlungsfreigaben nicht automatisiert durchführen.
Wenn Sie eine ähnliche Rechnung erhalten haben oder unsicher sind, ob es sich um einen Betrugsversuch handelt, empfehlen wir eine genaue Prüfung vor jeder Zahlung.
Bei Fragen rund um Website-Betrieb, Hosting oder digitale Sicherheit steht Ihnen das Team der Nill Marketing GmbH gerne zur Verfügung.